Sommerwoche 2020: „Naturdedektive im Einsatz“!

Unsere Sommerwoche 2020, „Naturdedektive im Einsatz, den Geheimnissen der Natur auf der Spur“, war auch dieses Jahr wieder ein voller Erfolg! Ein großes Dankeschön an die Marktgemeinde Übelbach, die gemeinsam mit uns alljährlich diese Sommerwoche anbietet und somit den Kindern die Möglichkeit schenkt, die Natur erforschend zu erleben, sich in der Natur bewusster wahrzunehmen und sich den vielen, oft sehr überraschenden Herausforderungen zu stellen, die ihnen die Natur selbst und wir, die begleitenden Naturwissenschafter*innen und Pädagoginnen, an sie herangetragen haben! Die Kinder waren mit Eifer und Begeisterung unterwegs und weder Regen noch heiße Sonne, weder Dornen noch Brennnnessel, weder Ameisen noch anderes Getier und auch nicht der reißende Übelbach konnten sie abhalten …

Ein Dickkopffalter (Hesperiidae) auf unserem AGUAStud-Button

Ein Dickkopffalter (Hesperiidae) auf unserem AGUAStud-Button

Bericht: Birgit Ömer, BEd und Marina Meyer, BEd, Betreuerinnen, Fotos bitte zum Vergrößern anklicken!

1. Tag (Montag, 10.08.2020) – Ab ins Dickicht beim Schranken Hoyer in Neuhof

Auf einer Waldlichtung nahe dem Schranken Hoyer in Neuhof schlugen wir unser Lager des Tages auf, von dem aus Johanna (Umweltsystewissenschafterin, Umweltpädagogin) ihr Tagesprogramm gestartet hat. Durch das kreative Kennenlernspiel konnten die Betreuerinnen wie auch die Kids viele Infos, wie etwa das Lieblingsessen oder das Lieblingstier voneinander erfahren und sich so besser kennenlernen. Das anschließende T-Shirt-Bemalen sorgte für große Begeisterung bei den Kindern, wobei sie meist neben dem T-Shirt auch sich selbst gleich mitbemalten. Zwischendurch gab es auch immer eine Kleinigkeit zu Essen, denn eines war sofort klar, die Kinder haben oft und überall Hunger! Aber das ganze Essen, v.a. die leckeren Kuchen (DANKE an die Eltern!), haben sich unsere Kinder eindeutig verdient. Sie bewiesen beim Blindenlauf durch den Wald Vertrauen zueinander und große Geschicklichkeit.

Fühlen, Ertasten, aufeinander Vertrauen!

Fühlen, ertasten und aufeinander vertrauen!

Durch dick und dünn

Durch dick und dünn unterwegs …

Den Waldgeister-Geschichten von Johanna lauschten sie gewissenhaft und sie waren auch mit Begeisterung dabei, als es um das Streicheln des Fells von „Manfred dem Mader“, oder um die Bestimmung verschiedener Fell- und Kotproben (zur Sicherheit aus Kunststoff) ging. Ihr Forschergeist führte die Kinder durch dichten Wald, unter Sträuchern hindurch und durch den erfrischenden Übelbach, wobei man stets aufmerksam auf die Umgebung achten musste, sodass sogar ein kleiner Braunfrosch (Rana) und ein Roter Halsbock (Stictoleptura rubra), ein Käfer, von den Kindern gefunden werden konnten. Doch die Skepsis bei den Kindern war groß, als auf einmal, mitten im Wald, noch ein Kuchen gefunden wurde. Vorallem Ilvy war sich gar nicht sicher, ob wir diesen mysteriösen Kuchen wirklich essen sollten. Doch letztlich blieb nichts von diesem übrig! Zurück bei unserem Lager wurde wieder gespielt und gebastelt. Zum Schluss haben die Kids ihre eigenen Waldgeister gestaltet und sich beim Erzählen ihrer kreativen Geschichten über diese selbst übertroffen.

Waldgeister überall!

Waldgeister überall!

2. Tag (Dienstag, 11.08.2020) – Spiel, Spaß und Geologie rund um das Gasthaus Preiß in Neuhof

Peter ging mit uns auf geologische Erkundungstour, wobei es das große Ziel war, das Mineral Granat zu finden. Während Kinder wie Darius eifrig dabei waren, die wenigen Millimeter großen Granate zu finden, waren andere heute ganz in ihr eigenes „Familien“-Spiel vertieft. Trotzdem kam das Bestimmen von Flora und Fauna nicht zu kurz – ein Landkärtchen (Araschnia levana) – das ist ein Schmetterling – aber auch ein Bockkäfer (Cerambycidae) und das Große Springkraut (Impatiens noli-tangere) konnten beispielsweise am Weg gefunden und bestimmt werden. Mit einem aufziehenden Unwetter im Rücken kamen wir gegen Mittag noch trocken im Gasthaus Preiß an. Eigentlich war das Unwetter ein guter Ausgleich, denn neben dem Mittagessen war somit auch etwas Zeit, um ein paar Runden „Werwolf“ zu spielen – ein Spiel, das uns die ganze Woche begleitet hat. Als der Regen aufhörte, konnten wir wieder in die wildromantische, vom Übelbach tief eingeschnittene Schlucht wandern, um Flöße zu bauen und diese im Übelbach schwimmen zu lassen. Geschickt wurden wunderschöne, kleine Schiffe aus Blättern, Treibholz und Schnur erschaffen.

Holzschiffchen ... Blätterboote...

Auch wurde Sedimentgestein ausgesiebt, um zu sehen, welch unterschiedliche Gesteinsarten durch den Wildbach abgetragen und hier angespült bzw. sedimentiert werden. Neben einem ausgiebigen und köstlichen Kuchenschmaus wurde dann auch wieder lustig auf der wunderbaren Märchenwiese am Bach gespielt. Und alle waren dabei, von den ganz Kleinen bis zu den großen Erwachsenen. „Bäumchen wechsle dich“ wurde eines unserer beliebtesten Fangspiele, bei dem alle ordentlich aus der Puste kamen und uns die Zeit beinahe ganz vergessen ließ. Doch auch dieser Tag musste leider irgendwann zu Ende gehen …

3. Tag (Mittwoch, 12.08.2020) – Erkundungstour bei der Pockstaller Almhütte

Rund um die Pockstaller Almhütte wurde das Programm von Ismene durchgeführt. Dabei wurde einmal geschaut, wie die sonst an Google Maps gewöhnten Studentinnen und Kinder mit dem Kompass umgehen können. Den Kindern wurden die Augen verbunden und mussten sich an einer langen Schnur festhalten. Marina ging den Weg mit dem Kompass ab und notierte sich Schritte und Himmelsrichtung, während Birgit die „blinde Gruppe“ mit Hilfe der Schnur über die Alm führte. Nicht mehr recht wissend, wo sie aufgrund der verbundenen Augen entlang gegangen waren, erhielten die Kinder einen Zettel mit Schrittzahl und Himmelsrichtungen, um nun „sehend“ den Weg vom Startpunkt aus mit Hilfe des Kompasses nachgehen zu können. Am Ende des Weges lag auch ein kleiner Schatz. Unsere jungen ForscherInnen fanden den Schatz natürlich – einen Schatz bestehend aus lauter leckeren Müsliriegeln. Gestärkt wurde dann wieder „Bäumchen wechsle dich“ im angrenzenden Wald gespielt. Auf den Rückweg kamen wir kaum voran, da die Kinder irrsinnig geschickt dabei waren, Heuschrecken mit ihren Händen zu fangen. Nach dem Mittagessen beim Pockstaller ging es dann noch einmal hinauf an den Waldrand, um in Gruppen folgende Lebewesen und Pflanzen zu suchen: einen Käfer, eine Feder, eine Nuss, einen Zapfen und eine Blume. Nach der Bestimmung der erfolgreichen Ausbeute ging es ans Spielen und Bemalen von Stofftaschen. Ein noch lebender, aber zum Großteil hohler Baum, eine uralte Esche (Fraxinus excelsior), faszinierte die Kinder ganz besonders. Sie kletterten, kraxelten und testeten, wie viele von ihnen wohl gleichzeitig in den hohlen Baum hineinpassen oder tratschten und spielten auf den Picknickdecken rund um den Baum.

Ein faszinierender Baum ... AUSSEN ...

Ein faszinierender Baum … AUSSEN …

... und INNEN

… und INNEN

Beim Zubereiten von Energiekugeln als Jause hatten die Kinder eine Menge Spaß und kreierten die kreativsten und leckersten Kombinationen. Luisa hat uns Betreuerinnen auch mit Energiekugeln verwöhnt, der Preis dafür waren jedoch fünf Liegestütze oder Sit-Ups – ist doch (fast) kein Problem!

Hmmmm ... das schmeckt!

Hmmmm … das schmeckt!

Energiekugeln sind ein HIT

Energiekugeln sind ein HIT!

Mit dem Spielen von Merkball und einem „Friseurtermin“ für die Betreuerinnen endete leider auch dieser Tag …

Birgit und Marina beim Friseurtermin

Birgit und Marina beim „Friseurtermin“

4. Tag (Donnerstag, 13.08.2020) – ganz hoch oben beim Gleinalm-Schutzhaus

An diesem Tag durften wir zu Benjamin und Nora zum Gleinalm-Schutzhaus kommen. Die beiden konnten uns gleich zeigen, was wo zu finden ist, damit Lisi ihren Survival-Schwerpunkt umsetzen konnte. Das erste Ziel war es, eine Grube in einem feuchten Boden auszuheben. Hierbei musste ganz schön gegraben werden, um ein 1 m2 großes und 0,5 m tiefes Loch zu bekommen. Die Erde war herrlich schwarz und zum Glück nur leicht durchwurzelt.

Achtung - hier wird gegraben ...

Achtung – hier wird gegraben …

Die abgedeckte Grube_2

… und das Loch dann wieder abgedeckt!

Währenddessen wurde direkt daneben auch ordentlich von den Schwarzbeersträuchern genascht, was man natürlich im ganzen Gesicht der Kids sehen konnte. Und warum nun dieses Loch? – In dieses Loch kam ein Topf, dann wurde eine Plane über das gesamte Loch gelegt und in die Mitte der Plane ein kleiner Stein gegeben. Wenn die Sonne den Tag über stark genug ist, verdampft Wasser aus dem Boden, kondensiert an der Innenseite der Plane und läuft in den Topf hinein. So kann man Trinkwasser gewinnen. Als nächstes ging es dann an den Übelbach, der hier noch ein kleiner, fröhlich rauschender Bach ist. Jedes Team bekam einen großen Eimer, welcher so schnell wie möglich mit Wasser zu befüllen war, – doch wie geht das am besten? Die Kinder mussten mit dem was sie hatten, also ohne Becher, Schöpfer oder Ähnlichem versuchen, den Kübel mit Bachwasser zu füllen. Sehr kreativ wurde alles Mögliche herangezogen, um das Spiel zu gewinnen! Manche Gummistiefel, Regenschutzhosen, Turnschuhe und Kappen wurden dafür umfunktioniert. Marcel meinte, er würde das Wasser niemals trinken, aber für das Spiel nahm er es in den Mund, um es in den Eimer zu spucken. Auch eine gute Möglichkeit!

Wassertransport

Und Achtung! Hier wird Wasser transportiert …

Wer füllt schneller den Kübel

… und wer füllt schneller den Kübel?

Nach dem Mittagessen nutzten wir noch das schöne Wetter, um ein Konzentrationsspiel von Lisi zu lernen, das schon die Aborigines in Australien kannten. Außerdem saßen die Kinder noch lange in den Schwarzbeersträuchern und naschten, bis uns Lisi zeigte, wie man sich in der Natur gut tarnen kann. Angekommen bei einer großen Schlammpfütze ging es los: der schwarze Schlamm musste schön gleichmäßig auf Armen, Beinen und im Gesicht verteilt werden, um sich dann im Wald gut verstecken zu können.

Schlamm und Gatsch ...

Gut getarnt zu sein, ist in der Natur sehr wichtig!

Es war dann wirklich eine Kunst, alle Kinder wieder zu finden. Abgesehen von der guten Tarnung wurden ausgefallene Verstecke gewählt.

so recht beschmiert ...

So richtig beschmiert … das macht wirklich Spaß!

... und wunderbar getarnt

… und jetzt noch ins Gebüsch – und keiner findet mich!

Wie immer zählte Marina zuletzt die Kinder wieder eifrig durch – da merkten wir, eines fehlte noch! So gut getarnt und versteckt war Luisa! Dann kam das Unwetter, welches unseren Plan, am Pastnerteich zu zelten, wortwörtlich ins Wasser fallen lies. Dafür bot sich uns eine andere, ebenso lustige Möglichkeit, nämlich im Vereinsheim von Übelbach zu übernachten. Hauptsache im Schlafsack schlafen – einmal ganz anders als gewohnt! Aber zuvor wurde noch im Regen getanzt, Karaoke gesungen, gemeinsam zur Musik getanzt, Werwolf gespielt, eine kleine Nachtwanderung gemacht und noch lange im Dunkeln ganz viel heimlich und möglichst leise gekichert.

5. Tag (Freitag, 14.08.2020) – die Chemie im Vereinshaus und der Abschluss

Nach der aufregenden Nacht ging es ans Experimentieren. Wir, Marina und Birgit, bauten einen Stationenbetrieb im Vereinshaus auf, sodass in Kleingruppen experimentiert werden konnte. Zu den Experimenten gehörte: eine Geheimschrift anzufertigen, Bubbles herzustellen, ein Versuch zur Verdauung durch Speichel, den Versuch Öl und Wasser zu mischen, Rotkrautsaft durch Zugabe verschiedenster Substanzen die Farbe ändern zu lassen, rosa Himbeersaft farblos werden zu lassen und natürlich Mentos in Cola zu werfen.

Versuche, Versuche ...

Und hier erforschen wir die Natur mit chemischen Versuchen …

alles darf verkostet werden ...

… und alles darf trotzdem verkostet werden!

Alles probiert, wurde dann aufgeräumt und zu Mittag gegessen, bevor wir zum Pastnerteich baden gehen konnten. Das Wasser war nach dem heftigen Gewitter in der Nacht doch recht kühl, aber das hielt uns nicht auf, dennoch ins Wasser zu springen.

Ab ins erfrischende Nass...

Brrrr … es sieht wirklich kalt aus. Doch die Kinder waren … plutsch … und weg!

Nach ein paar Ballspielen und viiiiiel Kuchen, kam es dann doch zum Abschluss, zu dem jedes Kind sein verdientes Geschenkesackerl erhielt. Schön war´s, wie jedes Jahr – und wir haben schon für 2021 die nächste Sommerferienwoche fixiert!

Vielen Dank für diese schöne Woche auch von uns, Marina und Birgit, dass wir mit euch Kindern diese abwechslungsreiche und lustige Woche verbringen durften! Wir freuen uns schon sehr darauf, ganz viele von euch im nächsten Jahr wiederzusehen!

Das AGUAStud-Team 2020: Dr. Ismene Fertschai; Mag. Johanna Eisank, BEd; Birgit Ömer, BEd; Marina Meyer, BEd; Mag. Lisi Ofner; Mag. Peter Ofner; Angelika Riegler, MSc.

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